CDS III/1 – Papsturkunden des Hauptstaatsarchivs Dresden, Bd. 1/1: 1104–1303, ed. Graber (2009)

Die Papsturkunden des Hauptstaatsarchivs Dresden. Erster Band: Originale Überlieferung. Teil 1: 1104–1303, bearb. von Tom Graber (CDS III/1), Hannover 2009

Der vorliegende Band eröffnete die in den 1990er Jahren neu konzipierte Reihe der Editionen von Papsturkunden für sächsische Empfänger. Die Ausgabe enthält die päpstlichen Originalurkunden, die in Dresden im Hauptstaatsarchiv verwahrt werden. Am Beginn steht das auf das Jahr 1104 zu datierende Spurium auf den Namen von Papst Paschalis II. (reg. 1099–1118) für das Benediktinerkloster Pegau wohl aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts (Nr. 1). Der Band enthält unter anderem die Fälschung auf den Namen Papst Gregors X. (reg. 1271–1276) für die Leipziger Zisterzienserinnen (Nr. 123), aber auch zahlreiche ungedruckte Stücke vornehmlich für die Klarissinnen im Kloster Seußlitz und reicht bis zu Papst Bonifaz VIII. (reg. 1294–1303). Unter den Empfängern begegnen besonders häufig die Bischöfe und das Domkapitel zu Meißen (CDS II/1-3) sowie das Zisterzienserkloster St. Marien in Altzelle bei Nossen (CDS II/19). Die 157 Urkunden werden im Volltext samt kurialer Vermerke abgedruckt. Aus der unter Papst Innozenz III. (reg. 1198–1216) einsetzenden kontinuierlichen, aber nicht lückenlosen päpstlichen Registerführung sind kaum ein Zehntel der nun edierten Urkunden bekannt gewesen.


Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.


Ende der 1990er Jahre wurde das Codex-Unternehmen neu ausgerichtet. Dabei bestimmte man den bisher unbearbeiteten Hauptteil III des Codex diplomaticus Saxoniae zur Aufnahme der in Sachsen überlieferten Papsturkunden. Die Editionen folgen dem Fondsprinzip und bieten die Urkunden im Volltext unter Einschluss sämtlicher kurialer Vermerke, so dass der Geschäftsgang, den die jeweilige Urkunde zu durchlaufen hatte, so weit als möglich offengelegt wird. Für die landesgeschichtliche Forschung sind Papsturkunden vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie das Interesse der späteren Empfänger spiegeln, die in sogenannten Suppliken die Stücke zuvor an der päpstlichen Kurie erbeten hatten.


Vor den Papsturkunden hatte Tom Graber bereits die frühen Urkunden des Zisterzienserklosters St. Marien in Altzelle bei Nossen ediert (CDS II/19). Später wandte er sich den älteren Fürstenurkunden im ersten Hauptteil zu (CDS I/A 4-5). In der Geschichte des Codex-Unternehmens ist er damit der einzige Bearbeiter, der für alle drei Hauptteile gearbeitet hat. Die im Dresdner Hauptstaatsarchiv verwahrten päpstlichen Originalurkunden vom Beginn des 14. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts werden in zwei Folgebänden ediert, die in Bearbeitung sind.


Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.


Über die Spalte links erhalten Sie Zugriff auf die Nummern der Edition und die Gliederungspunkte des Bandes einschließlich des alphabetisch aufgeschlüsselten Registers. Zugriff über das Ausstellungsdatum und die Ausstellungsorte der in dem Band edierten Stücke erhalten Sie über die Spalte rechts.

Für das Blättern innerhalb des Bandes stehen in der Fußzeile außen entsprechende Buttons zur Verfügung.

Zum Herunterladen dienen die Buttons mittig in der Fußzeile des Portals. Die Ausgabe erfolgt im pdf-Format. Für das Ausdrucken einer einzelnen Seite direkt aus dem Browser empfiehlt es sich, diese in einem eigenen Tab zu öffnen. Umfangreichere Druckaufträge erteilen Sie am besten aus einer pdf-Datei heraus.


Urkundenabbildung zum Band

Eschatokoll mit päpstlicher Rota und päpstlichem Bene Valete sowie eigenhändigen Kardinalsunterschriften an dem feierlichen Privileg Papst Innozenz‘ III. für Kloster Altzelle vom 7. November 1213 (HStA Dresden, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 187).