CDS II/18 – Die Matrikel der Universität Leipzig, Bd. 3: Register, ed. Erler (1902)

Die Matrikel der Universität Leipzig, III. Band: Register, hrsg. von Georg Erler (CDS II/18), Leipzig 1902

Während der veritablen Gründungswelle infolge des Großen Abendländischen Schismas von 1378 wurde in Leipzig im Jahr 1409 eine der ersten Universitäten nördlich der Alpen gegründet. In der mitteldeutschen Bildungslandschaft spielte sie schon bald eine überragende und überregionale Rolle. Entsprechend reich ist die ältere Überlieferung im Leipziger Universitätsarchiv. Zurecht hat das „Sächsische Urkundenbuch“ (Codex diplomaticus Saxoniae regiae) deshalb in seinem zweiten Hauptteil neben den Städten, Klöstern und Stiften auch der Leipziger Universität mehrere Editionen gewidmet. Gut 15 Jahre nach dem von Bruno Stübel (1842–1907) edierten Urkundenbuch der Universität Leipzig (CDS II/11) legte der an der Leipziger Universität wirkenden Historiker Richard Georg Erler (1850–1930) seine dreibändige Edition der Universitätsmatrikel vor. In Anlehnung an den vielseitigen Philologen und Universitätshistoriker Friedrich Zarncke (1825–1891) berücksichtigte er die etwa 150 Jahre von 1409, dem Gründungsjahr der Leipziger Universität, bis zum Ende der älteren Verfassungsgeschichte kurz nach der Mitte des 16. Jahrhunderts. Der letzte Teil des dreibändigen Werks enthält das Register zu CDS II/16-17.


Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.


Im Hauptteil II des Codex diplomaticus Saxoniae wird die urkundliche und urkundenähnliche Überlieferung der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, also der Klöster und Stifte, aber zum Beispiel auch der Universität Leipzig erfasst. Die Publikationen dieses Hauptteils sind institutionell nach dem Pertinenzprinzip angelegt. Nach der Vorgabe von Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874), dem Dresdner Bibliothekar, Leipziger Oberbibliothekar und Initiator des Codex, sollte die städtische Überlieferung jeweils bis zur Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen ediert werden, während für die geistlichen Institutionen die Reformation als Zeitgrenze galt. Die Urkunden der Klöster und Stifte wurden getrennt von der städtischen Überlieferung und jeweils in gesonderten Abschnitten der einzelnen Bände ediert.


Mit Band CDS II/18 kam die Arbeit am zweiten Hauptteil des Codex zum Erliegen und wurde erst nach der Neuausrichtung des gesamten Unternehmens in den 1990er Jahren wieder aufgenommen (CDS II/19).
Zur Geschichte der Universität Leipzig siehe Enno Bünz, Gründung und Entfaltung. Die spätmittelalterliche Universität Leipzig 1409–1539, in: Enno Bünz / Manfred Rudersdorf / Detlef Döring, Geschichte der Universität Leipzig, Bd. 1: Spätes Mittelalter und Frühe Neuzeit 1409–1830/31, 2009, S. 21-325.


Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.


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Urkundenabbildung zum Band

Das große Siegel der Universität Leipzig.