CDS II/19 – Urkundenbuch des Zisterzienserklosters Altzelle, Bd. 1: 1162–1249, ed. Graber (2006)
Urkundenbuch des Zisterzienserklosters Altzelle. Erster Teil: 1162–1249, bearb. von Tom Graber (CDS II/19), Hannover 2006
Das von Markgraf Otto dem Reichen von Meißen (reg. 1156–1190) im mittelalterlichen Bistum Meißen gegründete und im Jahr 1175 vom Gründungskonvent aus dem Mutterkloster Pforte bezogene Zisterzienserkloster St. Marien in Altzelle bei Nossen ist im Mittelalter ebenso vermögend wie durchsetzungsfähig gewesen und zählte zusammen mit den Benediktinern im Kloster Pegau zweifellos zu den bedeutendsten monastischen Gemeinschaften Mitteldeutschlands. Die Zisterze steht im hellen Licht der dichten urkundlichen Überlieferung. Der umfangreiche erste Band des Altzeller Urkundenbuchs, von Tom Graber nach dem Pertinenzprinzip ediert, umfasst die Zeit von 1162, als der staufische Kaiser Friedrich I. Barbarossa (reg. 1152–1190) die Gründung mit 800 Hufen ausstattete, bis zum Ende des Hochmittelalters.
Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.
Im Hauptteil II des Codex diplomaticus Saxoniae wird die urkundliche und urkundenähnliche Überlieferung der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, also der Klöster und Stifte, aber zum Beispiel auch der Universität Leipzig erfasst. Die Publikationen dieses Hauptteils sind institutionell nach dem Pertinenzprinzip angelegt. Nach der Vorgabe von Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874), dem Dresdner Bibliothekar, Leipziger Oberbibliothekar und Initiator des Codex, sollte die städtische Überlieferung jeweils bis zur Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen ediert werden, während für die geistlichen Institutionen die Reformation als Zeitgrenze galt. Die Urkunden der Klöster und Stifte wurden getrennt von der städtischen Überlieferung und jeweils in gesonderten Abschnitten der einzelnen Bände ediert.
Nach gut 60jähriger Unterbrechung markierten die Veröffentlichungen des Registerbandes zu CDS I/A 3 und des vorliegenden Urkundenbuchs den Wiederbeginn der Arbeiten am Codex diplomaticus Saxoniae. Ausgehend vom einstigen Altzeller Klosterarchiv, dessen Urkunden heute in Dresden im Hauptstaatsarchiv in den chronologisch geordneten Bestand der „Älteren Urkunden“ eingegliedert sind, konnte Tom Graber in mehr als 40 Archiven und Handschriftenbibliotheken des In- und Auslandes zum Teil bisher unbekanntes Material zur Klostergeschichte ermitteln und in der originalen Überlieferung berücksichtigen. Hinzuweisen ist auf die kommentierte Zusammenstellung der nicht-urkundlichen Überlieferung zu den Anfängen des Klosters (S. XIII-XX).
Tom Graber setzte seine Editionstätigkeit für den Codex mit den in Dresden im Hauptstaatsarchiv überlieferten Papsturkunden fort (CDS III/1), bevor er sich dem ersten Hauptteil zuwandte (CDS I/A 4-5). In der Geschichte des Codex-Unternehmens ist er damit der einzige Bearbeiter, der für alle drei Hauptteile gearbeitet hat.
Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.
Über die Spalte links erhalten Sie Zugriff auf die Nummern der Edition und die Gliederungspunkte des Bandes einschließlich des alphabetisch aufgeschlüsselten Registers. Zugriff über das Ausstellungsdatum und die Ausstellungsorte der in dem Band edierten Stücke erhalten Sie über die Spalte rechts.
Für das Blättern innerhalb des Bandes stehen in der Fußzeile außen entsprechende Buttons zur Verfügung.
Zum Herunterladen dienen die Buttons mittig in der Fußzeile des Portals. Die Ausgabe erfolgt im pdf-Format. Für das Ausdrucken einer einzelnen Seite direkt aus dem Browser empfiehlt es sich, diese in einem eigenen Tab zu öffnen. Umfangreichere Druckaufträge erteilen Sie am besten aus einer pdf-Datei heraus.
Das Gelände des Zisterzienserklosters St. Marien in Altzelle von Norden (Foto: Michael Schmidt).