CDS II/13 – Urkundenbuch der Stadt Freiberg, Bd. 2: Bergbau, Bergrecht, Münze, ed. Ermisch (1886)
Urkundenbuch der Stadt Freiberg in Sachsen, II. Band: Bergbau, Bergrecht, Münze, hrsg. von Hubert Ermisch (CDS II/13), Leipzig 1886
Freiberg verdankte seine Bedeutung im Mittelalter der Entdeckung von Silbererzvorkommen und dem Bergbau. Bergbau und Bergrecht waren aufs engste mit der städtischen Entwicklung verknüpft. Daher gliederte Hubert Ermisch (1850–1932) die Quellen zu Bergbau, Bergrecht und Münze in einen getrennten Band aus und legte damit „eine thematische Quellenedition zur Frühgeschichte des Freiburger Bergbaus und Bergrechts“ vor (Jana Lehmann). Der Titel verrät nicht, dass Ermisch in dem Band auch einige Rechnungen sowie vor allem die ältesten Schneeberger und Annaberger Bergordnungen edierte. Die Bedeutung von Ermischs Edition ging weit über Sachsen hinaus. Das Register zu den drei Bänden CDS II/12-14 findet sich in CDS II/14.
Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.
Im Hauptteil II des Codex diplomaticus Saxoniae wird die urkundliche und urkundenähnliche Überlieferung der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, also der Klöster und Stifte, aber zum Beispiel auch der Universität Leipzig erfasst. Die Publikationen dieses Hauptteils sind institutionell nach dem Pertinenzprinzip angelegt. Nach der Vorgabe von Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874), dem Dresdner Bibliothekar, Leipziger Oberbibliothekar und Initiator des Codex, sollte die städtische Überlieferung jeweils bis zur Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen ediert werden, während für die geistlichen Institutionen die Reformation als Zeitgrenze galt. Die Urkunden der Klöster und Stifte wurden getrennt von der städtischen Überlieferung und jeweils in gesonderten Abschnitten der einzelnen Bände ediert.
Hubert Ermisch (1850–1932) war an insgesamt acht Bänden des Codex beteiligt. Zunächst edierte er im Hauptteil II das Chemnitzer Urkundenbuch (CDS II/6) und anschließend das dreibändige Freiberger Urkundenbuch (CDS II/12-14), bevor er sich Anfang der 1890er Jahre den jüngeren Fürstenurkunden im ersten Hauptteil zuwandte (CDS I/B 1-4). Der ausführliche „Vorbericht“ des vorliegenden Bandes enthält penible Handschriftenbeschreibungen und textkritische Untersuchungen. Der Band erschien in veränderter Gestalt auch separat außerhalb des Codex: Hubert Ermisch, Das Sächsische Bergrecht des Mittelalters, Leipzig 1887. http://digital.slub-dresden.de/id393876934
Zur Entstehung des Freiberger Urkundenbuchs siehe ausführlich Jana Lehmann, Hubert Ermisch 1850–1932, 2001, S. 85-98, bes. S. 89-94. Siehe ferner Jana Lehmann, Hubert Ermisch, in: Sächsische Biografie, hg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Online-Ausgabe: https://saebi.isgv.de/biografie/1350 (Stand: 27.11.2009).
Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.
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Freiberg in der Stadtansicht von Wilhelm Dilich, um 1627/29 (SLUB Dresden, Mscr.Dresd.J.291; Paul Emil Richter/Christian Krollmann (Hg.), Wilhelm Dilichs Federzeichnungen, 1907, Bd. 2, Taf. 1).
Federzeichnung nach dem Konventssiegel des Magdalenerinnenklosters St. Jakobus und Maria Magdalena zu Freiberg (HStA Dresden, 10710 Codex diplomaticus Saxoniae regiae, Nr. 106 nach dem Original vom 26.11.1287 = HStA Dresden, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 1201).
Federzeichnung nach dem Siegel des Vorstehers Christian am Magdalenerinnenkloster an St. Jakobus und Maria Magdalena zu Freiberg (HStA Dresden, 10710 Codex diplomaticus Saxoniae regiae, Nr. 106 nach dem Original vom 26.11.1287 = HStA Dresden, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 1201).