CDS I/A 3 Register – Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen 1196–1234. Register, bearb. Baudisch/Cottin (2009)

Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen 1196–1234.
Register, bearb. von Susanne Baudisch und Markus Cottin auf der Grundlage der Vorarbeiten von Elisabeth Boer (CDS I/A 3. Register), Hannover 2009

Der letzte von Otto Posse (1847–1921) für den Codex vorgelegte Editionsband mit den landesherrlichen Urkunden der epochalen Wendezeit um 1200 entbehrte eines Registers (CDS I/A 3). So haben Susanne Baudisch und Markus Cottin eine empfindliche Lücke geschlossen, als sie im Jahr 2009 auf der Grundlage der 20jährigen Vorarbeiten der ehemaligen Dresdner Stadtarchivarin Elisabeth Boer (1896–1991), einer Schülerin von Edmund Ernst Stengel (1879–1968), das Register samt eines mehr als 50 Seiten umfassenden Anhangs mit Nachträgen, Ergänzungen und Berichtigungen zu Posses Edition vorlegten.


Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.


Im Hauptteil I des Codex diplomaticus Saxoniae werden die Urkunden der weltlichen Landesherren ediert, also der Markgrafen von Meißen, der Landgrafen von Thüringen sowie der Herzöge und Kurfürsten von Sachsen. Die Editionen berücksichtigen nach dem Aussteller- und Empfängerprinzip die original und kopial überlieferten Urkunden und die Deperdita sowohl der von den regierenden Fürsten ausgestellten und mitbesiegelten als auch der nachweislich von ihnen empfangenen Privilegien, Mandate und Briefe. In den 1880er Jahren wurde dieser Hauptteil in zwei Abteilungen aufgespalten. Der Abteilung A sind die Stücke vom Einsetzen der urkundlichen Überlieferung um die Mitte des 10. Jahrhunderts herum bis an das Ende der Regierungszeit des Thüringer Land- und Meißner Markgrafen Friedrichs III. des Strengen (†1381) vorbehalten, während die zeitlich sich unmittelbar anschließende Abteilung B mit dem Jahr 1381 und der Teilung des Erbes unter seine drei Söhne im Chemnitzer Vertrag vom 13. November 1382 einsetzt und bei der Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen enden soll. Gegenwärtig reicht der Editionsstand in Abteilung A bis zum Ausgang des 13. Jahrhunderts. Aus der Abteilung B, die maßgeblich durch den Historiker und Dresdner Archivar Hubert Ermisch (1850–1932) vorangetrieben wurde, liegen die Urkunden von 1381 bis 1427 vor.


Mit dem vorliegenden Registerband setzte nach gut 60jähriger Unterbrechung die Reihe der Publikationen im ersten Hauptteil des nun Codex diplomaticus Saxoniae genannten Editionsvorhabens wieder ein. Seither sind die Bemühungen im ersten Hauptteil darauf gerichtet, die Lücke zwischen den älteren Fürstenurkunden in der Abteilung A und den jüngeren Fürstenurkunden (CDS I/B 1-4) zu schließen. Bereits fünf Jahre nach dem vorliegenden Registerband konnten Tom Graber und Mathias Kälble im Jahr 2014 die Urkunden von 1235 bis 1247 publizieren (CDS I/A 4).


Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.


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Urkundenabbildung zum Band

Der Meißner Burgberg von Nordwesten mit Albrechtsburg und Dom, davor das Kornhaus (Foto: ISGV Dresden, Digitales Bildarchiv, BSNR 300600, Dieter Günter, 2009).