CDS II/14 – Urkundenbuch der Stadt Freiberg, Bd. 3: Stadtrecht, Stadtbücher, Gerichtsbuch, Anhänge, ed. Ermisch (1891)
Urkundenbuch der Stadt Freiberg in Sachsen, III. Band: [Stadtrecht, Stadtbücher, Gerichtsbuch, Anhänge], hrsg. von Hubert Ermisch (CDS II/14), Leipzig 1891
Freiberg verdankte seine Bedeutung im Mittelalter der Entdeckung von Silbererzvorkommen und dem Bergbau. Den letzten Teil seines dreibändigen Urkundenbuchs (CDS II/12-14) behielt Hubert Ermisch (1850–1932) den normativen Quellen zur Freiberger Stadtgeschichte vor. Ediert wurden das umfangreiche Freiberger Stadtrecht, dessen Anfänge bis in die Frühzeit der Stadt am Ausgang des 12. Jahrhunderts zurückgehen, und das städtische „Verzählbuch“ mit den geahndeten oder noch zu ahndenden Delinquenten und ihren Delikten, aber auch Stadt- und Gerichtsbücher sowie weiteres städtisches Verwaltungsschriftgut. Besonders hervorzuheben sind das Register der Orts- und Personennamen, das alle drei Bände des Freiberger Urkundenbuchs berücksichtigt, und, in dieser Ausführlichkeit erstmals in einem Codex-Band, das Wort- und Sachregister.
Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.
Im Hauptteil II des Codex diplomaticus Saxoniae wird die urkundliche und urkundenähnliche Überlieferung der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, also der Klöster und Stifte, aber zum Beispiel auch der Universität Leipzig erfasst. Die Publikationen dieses Hauptteils sind institutionell nach dem Pertinenzprinzip angelegt. Nach der Vorgabe von Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874), dem Dresdner Bibliothekar, Leipziger Oberbibliothekar und Initiator des Codex, sollte die städtische Überlieferung jeweils bis zur Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen ediert werden, während für die geistlichen Institutionen die Reformation als Zeitgrenze galt. Die Urkunden der Klöster und Stifte wurden getrennt von der städtischen Überlieferung und jeweils in gesonderten Abschnitten der einzelnen Bände ediert.
Hubert Ermisch (1850–1932) war an insgesamt acht Bänden des Codex beteiligt. Zunächst edierte er im Hauptteil II das Chemnitzer Urkundenbuch (CDS II/6) und anschließend das dreibändige Freiberger Urkundenbuch (CDS II/12-14), bevor er sich Anfang der 1890er Jahre den jüngeren Fürstenurkunden im ersten Hauptteil zuwandte (CDS I/B 1-4). Der ausführliche „Vorbericht“ des vorliegenden Bandes enthält penible Handschriftenbeschreibungen und textkritische Untersuchungen, unter anderem aber auch eine Zusammenstellung der Freiberger Stadtschreiber (S. X-XV).
Der Band erschien in veränderter Gestalt auch separat außerhalb des Codex: Hubert Ermisch, Das Freiberger Stadtrecht, Leipzig 1889. http://digital.slub-dresden.de/id382403193
Nachträge: Hubert Ermisch, Die Innungsordnung der Freiberger Kramerinnung von 1283. Ein Nachtrag zum Freiberger Urkundenbuch, in: NASG 41 (1920), S. 279-286. http://digital.slub-dresden.de/id32382551Z
Zur Entstehung des Freiberger Urkundenbuchs siehe ausführlich Jana Lehmann, Hubert Ermisch 1850–1932, 2001, S. 85-98, bes. S. 94-96. Siehe ferner Jana Lehmann, Hubert Ermisch, in: Sächsische Biografie, hg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Online-Ausgabe: https://saebi.isgv.de/biografie/1350 (Stand: 27.11.2009).
Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.
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Federzeichnung nach dem Siegel des Kanonikerstifts, das die Krönung Mariens und darunter im Schild den meißnischen Löwen zeigt, nachweisbar von 1485 bis 1538 (HStA Dresden, 10710 Codex diplomaticus Saxoniae regiae, Nr. 106).
Federzeichnung nach dem Konventssiegel des Franziskanerklosters zu Freiberg, nachweisbar von 1385 bis 1411 (HStA Dresden, 10710 Codex diplomaticus Saxoniae regiae, Nr. 106).
Federzeichnung nach dem Konventssiegel des Dominikanerklosters St. Paulus zu Freiberg mit der Ausgießung des Heiligen Geistes (HStA Dresden, 10710, Nr. 106 nach der Urkunde vom 17.03.1407 = HStA Dresden, 10001 Ältere Urkunden, Nr. 5161).