CDS II/5 – Urkundenbuch der Städte Dresden und Pirna, ed. von Posern-Klett (1875)
Urkundenbuch der Städte Dresden und Pirna, hrsg. von Karl Friedrich von Posern-Klett (CDS II/5), Leipzig 1875
Nach Meißen und den ersten beiden Bänden für Leipzig (CDS II/4 und CDS II/8-9) wurde im zweiten Hauptteil des „Sächsischen Urkundenbuchs“ (Codex diplomaticus Saxoniae regiae) die urkundliche Überlieferung der Städte Dresden und Pirna erschlossen. In seiner Edition behielt Karl Friedrich von Posern-Klett (1830–1875) der Überlieferung beider Städte und den Urkunden der geistlichen Institutionen jeweils eigene Abschnitte vor. Berücksichtigt wurden: (1.) das 1405/12 eingerichtete Stift St. Erasmus der Augustiner-Eremiten in Altendresden (heute Dresden-Neustadt), ferner (2.) das wahrscheinlich schon 1265 existierende, möglicherweise bereits zwischen 1240 und 1250 gegründete Franziskanerkloster St. Petrus in Dresden sowie (3.) das wahrscheinlich im Jahr 1300 errichtete und 1307 erstmals urkundlich greifbare Dominikanerkloster in Pirna. Der Band enthält auch einen Abdruck des Nekrologs aus dem Pirnaer Dominikanerkloster (Nr. 227).
Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.
Im Hauptteil II des Codex diplomaticus Saxoniae wird die urkundliche und urkundenähnliche Überlieferung der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, also der Klöster und Stifte, aber zum Beispiel auch der Universität Leipzig erfasst. Die Publikationen dieses Hauptteils sind institutionell nach dem Pertinenzprinzip angelegt. Nach der Vorgabe von Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874), dem Dresdner Bibliothekar, Leipziger Oberbibliothekar und Initiator des Codex, sollte die städtische Überlieferung jeweils bis zur Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen ediert werden, während für die geistlichen Institutionen die Reformation als Zeitgrenze galt. Die Urkunden der Klöster und Stifte wurden getrennt von der städtischen Überlieferung und jeweils in gesonderten Abschnitten der einzelnen Bände ediert.
Der studierte Jurist und Historiker Karl Friedrich von Posern-Klett (1830–1875) war bereits seit 1862 dem Initiator des Codex-Unternehmens Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874) bei der Erfassung von Urkunden für dessen Editionen zur Hand gegangen war (vor allem CDS II/2-3) und trat zunächst mit den beiden ersten Teilen des Leipziger Urkundenbuchs hervor (CDS II/8-9). Während der Drucklegung des vorliegenden Bandes verstarb er am 19. April 1875. Zu diesem Zeitpunkt lag der Editionsteil des Bandes, „an welchem der Verstorbene bis wenige Minuten vor seinem Tode mit zitternder Hand geschrieben“ hatte (Otto Posse), druckfertig vor, aber es fehlten die Einführung und das Register. Letzteres wurde von Otto Posse (1847–1921) ergänzt (S. IX), der als Nachruf auf von Posern-Klett dessen autobiographischen Lebenslauf veröffentlichte (Archiv für die Sächsische Geschichte NF 2, 1876, S. 351-357).
Zur Geschichte der im vorliegenden Band berücksichtigten geistlichen Institutionen siehe Sächsisches Klosterbuch, hgg. von Enno Bünz / Sabine Zinsmeyer u.a., 2025, Bd. 1, S. 7-20 und S. 305-324 sowie Bd. 3, S. 1253-1278.
Eine Neubearbeitung der Urkunden zu den Dresdner und Altendresdner Pfarrkirchen bis zur Einführung und Durchsetzung der Reformation in Dresden (1539/1541) ist im Druck.
Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.
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Das ehemalige Franziskanerkloster St. Peter in Dresden in einer farbigen Federzeichnung nach 1546 (HStA Dresden, 10036 Finanzarchiv, Loc. 37281, Rep. 22, Dresden, Nr. 4, Foto: Jens Klingner); siehe dazu den Link.
Das ehemalige Dominikanerkloster in Pirna, Westfassade des Sommerrefektoriums, heute Eingang zum Stadtmuseum Pirna (Foto: Christian Schuffels).
Siegel der Stadt Pirna.