CDS II/10 – Urkundenbuch der Stadt Leipzig, Bd. 3: Klöster, ed. Förstemann (1894)

Urkundenbuch der Stadt Leipzig, III. Band: [Klöster], hrsg. von Joseph Förstemann (CDS II/10), Leipzig 1894

Der Bibliothekar und Archivar Joseph Förstemann (1841–1900) ergänzte das von Karl Friedrich von Posern-Klett (1830–1875) begonnene Leipziger Urkundenbuch durch den dritten Band, der den folgenden drei Klöstern vorbehalten war: (1.) dem ursprünglich in Lo (heute Kitzen-Hohenlohe) gegründeten und in Leipzig erstmals 1230 erwähnten Benediktinerinnenkloster St. Georg und Marien in der sogenannten Petersvorstadt vor Leipzig, das 1543 im Nachgang zur Einführung der Reformation von 1539 im albertinischen Sachsen aufgehoben wurde, (2.) dem wohl 1229 vielleicht im Bereich der ehemaligen landesherrlichen Burg gegründeten und 1540 nach Sequestration der Einkünfte aufgegebenen Dominikanerkloster St. Paulus und Marien sowie (3.) dem im Nordwesten der mittelalterlichen Stadt an der Stadtmauer zwischen Ranstädter und Barfüßertor wahrscheinlich um 1230/35 gegründeten und im Juli 1542 aufgehobenen Franziskanerkloster St. Franziskus. Förstemann erfasste die urkundliche Überlieferung der drei geistlichen Institutionen für die gesamte Zeit ihres Bestehens (St. Georg und Marien von 1230 bis 1543; St. Paulus und Marien von 1231 bis 1550; St. Franziskus von 1359/60 bzw. 1371 bis 1553). In den Anhängen ist weiteres Material aus Rechnungen, Universitätsmatrikeln und Sequestrationsakten ediert, ebenso ein Urkundenverzeichnis und eine Konventsliste. Vor allem ist das Register zu den drei Bänden des Leipziger Urkundenbuchs enthalten (CDS II/8-10).


Der Codex diplomaticus Saxoniae stellt die Urkunden und das urkundenähnliche Schriftgut des mitteldeutschen Raums in wissenschaftlich verlässlichen Ausgaben bereit. Das „Sächsische Urkundenbuch“ (so die deutsche Bezeichnung) ist das grundlegende und unentbehrliche Hilfsmittel für die Erforschung Sachsens und der angrenzenden Territorien. Denn deren mittelalterliche Geschichte erschließt sich zu einem beträchtlichen Teil aus der urkundlichen Überlieferung. Das Urkundenwerk wurde 1860/61 als Codex diplomaticus Saxoniae regiae begründet und ist als Serie von einzelnen Editionen angelegt. Rasch erwarb sich der Codex den Respekt der gelehrten Fachwelt. Bis heute wird er im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung herausgegeben. Aktuell sind im Codex etwa 12.500 Urkunden erfasst und ediert. Seine Fortführung gehört zu den ehrgeizigsten Editionsvorhaben der landesgeschichtlichen Forschung in Deutschland.


Im Hauptteil II des Codex diplomaticus Saxoniae wird die urkundliche und urkundenähnliche Überlieferung der Städte und geistlichen Institutionen in Sachsen, also der Klöster und Stifte, aber zum Beispiel auch der Universität Leipzig erfasst. Die Publikationen dieses Hauptteils sind institutionell nach dem Pertinenzprinzip angelegt. Nach der Vorgabe von Ernst Gotthelf Gersdorf (1804–1874), dem Dresdner Bibliothekar, Leipziger Oberbibliothekar und Initiator des Codex, sollte die städtische Überlieferung jeweils bis zur Leipziger Teilung des Jahres 1485 in das ernestinische Kurfürstentum Sachsen und das albertinische Herzogtum Sachsen ediert werden, während für die geistlichen Institutionen die Reformation als Zeitgrenze galt. Die Urkunden der Klöster und Stifte wurden getrennt von der städtischen Überlieferung und jeweils in gesonderten Abschnitten der einzelnen Bände ediert.


In dem dreibändigen Leipziger Urkundenbuch, zu dem noch das Urkundenbuch der Leipziger Universität trat (CDS II/11), wurden zwar „bei weitem nicht alle Quellen zur mittelalterlichen Stadtgeschichte herausgegeben, ja nicht einmal alle mittelalterlichen Urkunden Leipzigs, aber der damals vorgelegte Quellenbestand ist doch so breit und umfangreich, dass seitdem vielfältige Forschungen davon profitieren konnten.“ (Enno Bünz, in: Geschichte der Stadt Leipzig, Bd. 1: Von den Anfängen bis zur Reformation, hg. von Enno Bünz, 2015, S. 20).
Zur Geschichte der im vorliegenden Band berücksichtigten geistlichen Institutionen siehe Sächsisches Klosterbuch, hgg. von Enno Bünz / Sabine Zinsmeyer u.a., 2025, Bd. 2, S. 709-794.


Das traditionsreiche Editionsvorhaben des Codex diplomaticus Saxoniae wird seit 2002 als Kooperationsprojekt des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig fortgesetzt. Das Vorhaben und die aktuellen Arbeiten werden auf den Projektseiten der beiden Institutionen näher beschrieben.


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Urkundenabbildung zum Band

Leipzig in der Stadtansicht von Wilhelm Dilich, um 1627/29 (SLUB Dresden, Mscr.Dresd.J.291; Paul Emil Richter/Christian Krollmann (Hg.), Wilhelm Dilichs Federzeichnungen, 1907, Bd. 1, Taf. 9-10).